Was ist Ordoliberalismus?
Der Ordoliberalismus ist eine in Deutschland entstandene wirtschaftspolitische Denkrichtung, die Freiheit, Verantwortung und Wettbewerb miteinander verbindet. Entwickelt wurde er in den 1930er- und 1940er-Jahren von Ökonomen und Rechtswissenschaftlern der sogenannten Freiburger Schule, darunter Walter Eucken, Franz Böhm und Wilhelm Röpke.
Im Mittelpunkt des Ordoliberalismus steht die Überzeugung, dass eine freie Gesellschaft eine funktionierende Wirtschaftsordnung braucht. Freiheit und Wohlstand entstehen nicht durch staatliche Planung, sondern durch fairen Wettbewerb, Eigenverantwortung und verlässliche Regeln.
Der Staat soll dabei nicht selbst wirtschaftlich handeln oder Märkte steuern. Seine Aufgabe ist es vielmehr, eine stabile Ordnung zu schaffen, in der Wettbewerb möglich bleibt und Machtkonzentrationen verhindert werden.
Die Grundideen des Ordoliberalismus
Freiheit durch Wettbewerb
Wettbewerb gilt als zentrale Voraussetzung für Innovation, wirtschaftlichen Fortschritt und individuelle Freiheit. Unternehmen sollen sich im fairen Wettbewerb behaupten können, statt durch staatliche Privilegien geschützt zu werden.
Der Staat als Hüter der Ordnung
Der Staat setzt die Regeln der Wirtschaftsordnung und sorgt dafür, dass sie eingehalten werden. Dazu gehören beispielsweise der Schutz des Eigentums, Vertragsfreiheit sowie Maßnahmen gegen Kartelle und Monopole.
Aufstieg durch Leistung
Ordoliberales Denken setzt auf mündige Bürgerinnen und Bürger, die eigenverantwortlich handeln und Chancen nutzen können. Wer arbeitet, Verantwortung übernimmt und sich engagiert, soll am Ende spürbar besser dastehen und sich durch eigene Leistung ein gutes und selbstbestimmtes Leben aufbauen können.
Soziale Marktwirtschaft
Wirtschaftlicher Erfolg soll möglichst allen Menschen Chancen auf ein selbstbestimmtes Leben eröffnen. Dazu gehören soziale Absicherung, faire Aufstiegsmöglichkeiten und ein Staat, der dort unterstützt, wo Menschen Hilfe benötigen.